Kritik Lesung „Mörder“ von Uwe Kullnick im Literaturbüro, München 2014

„Mörder“ / Szenische Lesung im Mlb

Wer einen Krimi erwartet hatte, wurde enttäuscht. Uwe Kullnick hat das Stück „Mörder“ – eine Mischung aus historischen Fakten und einem fiktiven Ereignis – über den gewaltsamen Tod eines KZ-Arztes vorgestellt. Der Arzt ist an seinen eigenen „ärztlichen Behandlungsmethoden“ zu Tode gekommen: Zwei Häftlinge rächen sich noch im KZ an ihm.

Szenisch gut gelesen von verschiedenen Personen (Ali Khan, Csaba Gal, Christine Genc, Günther Straub, Norbert Gerstlacher, Susanna Bummel-Vohland, Erzähler: Uwe Kullnick). Die eindringliche Musik dazu komponierte Csaba Gal.

Vor vollbesetztem Haus wurde die Geschichte von Szymon und Miku erzählt, die bei einer günstigen Gelegenheit dem Mord-Arzt mit einer Spritze Phenol ins Herz verabreichen, an dem er, wie seine Opfer vorher, qualvoll zu Tode kommt. Um dieses Ereignis herum baut Uwe Kullnick ein Horrorszenario, in dem er den KZ-Alltag in seiner ganzen zynischen und menschenverachtenden Denkweise schildert.

Natürlich ist dies an sich nichts Neues, nur hat Kullnick versucht, dem Drama Namen zu geben und die Akteuere sprechen zu lassen, um die Form der Dokumentation zu verlassen. Was ihm nicht immer gelang. Dennoch, oder trotzdem, hat der Abend tiefe Spuren hinterlassen.

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Sowohl beim Publikum als auch bei den Protagonisten auf der Bühne. Wer die Gelegenheit hat, das Stück zu sehen, sollte dies tun. Mehr ist an dieser Stelle nicht zu sagen! br

(Eine Zusammenarbeit von: FDA, KK83, Kaleidoskop und MLB)

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